🦊 #213 Schlaufuchs, angemalter Pass und ein schwerer Unfall
Liebe Freunde,
der Newsletter zur Podcastfolge 213 ist da. Das hat uns die letzten Wochen beschäftigt. Klick auf das Bild, um ihn anzuhören.

Kontrolle abgeben – und trotzdem weiterlaufen
„Gott ist in Kontrolle – und ich bin es nicht.“ So leicht gesagt, so schwer gelebt. Das Leben ist immer wieder voller Herausforderungen. So hatte Lena die Tage größte Schwierigkeiten, weil ihr Pass angemalt wurde. Wie es dazu kam, erzählt sie in der aktuellen Podcastfolge.
Wenn dein Glück davon abhängt, dass alles rundläuft, bist du verloren. Dass die Perspektive wichtiger ist als die Umstände, davon erzählt die Geschichte der zwölf Kundschafter (Bibel, altes Testament). Sie sahen dasselbe Land. Zwei sagten: „Mit Gott schaffen wir das.“ Zehn sagten: „Unmöglich.“ Der Unterschied lag nicht in den Umständen – sondern im Blickwinkel.
Es ist nicht wichtig, ob du an Gott glaubst. Es ist wichtig, ob du Gott glaubst. - Tobias Teichen
„Papa bezahlt“ – eine Lektion in Großzügigkeit




Freunde schickten uns Geld, damit wir mit den Kindern etwas unternehmen. Also bin ich mit den Großen nach Cusco gefahren – Sushi essen. Und da bestellt unser Sohn ohne Zögern einen zweiten Mocktail. Nicht aus Gier, sondern aus einer inneren Haltung: Der Papa bezahlt.
Ist das Verschwendung? Ich glaube nicht. Für mich ist das eine Königreich-Gottes-Mentalität. Wir erleben es jeden Monat: Wir arbeiten kostenlos, und trotzdem ist genug da. Seit sechs Jahren. Jeden Monat befähigt Gott Spender, die für unsere Lebenshaltungskosten aufkommen. Bisher haben wir jede Rechnung bezahlt. Und unsere Kinder wachsen damit auf.
Das Gegenmittel gegen den „Armutsgeist“ ist Großzügigkeit. Deshalb leben wir das vor und fordern unsere Kinder immer wieder dazu auf: Gebt einen Teil eures Taschengeldes weg. Geben bewahrt vor zwei Dingen. Erstens: Geiz. Zweitens: Das Gefühl, nicht genug zu haben. Du gibst weil du mehr als genug hast und du wirst dabei nicht arm.
Wenn Bildung Leben verändert

Eine junge Frau aus Curahuasi war diesen Monat bei uns – als Medizinstudentin. Sie ist ehemalige Schülerin unserer Schule. Unser „Colegio Diospi Suyana“ ist eine Schule, die Quechua-Kindern Türen öffnet, die sonst verschlossen bleiben. Das ist Impact. Jedes Jahr werden es mehr Erfolgsgeschichten.
4. Im Gefängnis von Abancay

Vor ein paar Tagen fand erneut ein medizinischer Einsatz im Knast statt. Hunderte Insassen, vier Schlafräume. 90 Männer pro Zimmer, Doppelbetten dicht an dicht, unter jedem Bett noch einmal Matratzen. Zwei bis drei teilen sich eine. Das ist menschenunwürdig.
Dazwischen Korruption – ein Gefangener, der dem Polizisten etwas zusteckt. Ich sollte es eigentlich nicht sehen. Ich untersuche einen anderen Mann mit Prostatakrebs, den der Anstaltsarzt seit Jahren ignoriert. Wer hier krank wird und kein Geld hat, hat kaum eine Chance. Das Elend bleibt – und erinnert uns, warum wir hier sind.
5. Der „Schlaufuchs“ – KI im Homeschooling

Arbeitsblätter aus dem Internet? Wir hatten eine gute Seite gefunden. Das Problem: Fünf Blätter pro Tag, kostenlos. Das reichte für eine halbe Stunde. Also habe ich eine KI um Hilfe gebeten. Daraus wurde „Schlaufuchs“, unser eigenes Lernprogramm. Ich bin gerade dabei, eine passende App zu programmieren. Mit eigenem Logo, gezeichnet von unserer Tochter Mila.
Der Prompt war einfach: „Erstelle ein Erlebnis-Mathematik-Arbeitsblatt für den Garten. Mein siebenjähriger Sohn soll das kleine 1x1 lernen. Wir haben Steine, ein Seil, eine Rutsche, Ameisen und Früchte.“ Fertig. Was früher ein Team ausgearbeitet hätte, erstellt die KI in Minuten. Und es wirkt – neulich rechnete unser Kleiner 4 mal 70 im Kopf.
Warum Diospi Suyana so wichtig ist



Vor wenigen Tagen wurde eine 47-jährige Quechua-Frau, von einem Baumstamm getroffen. Sie hatte so viel Blut verloren, dass sie in einem Schockzustand kam. Wir stabilisierten sie und fuhren mit unserem neuen CT eine „Traumaspirale“. Das Ergebnis: zertrümmerte Wirbelsäule, Rippenfrakturen, Brustkorb voller Blut.
In Deutschland würde ein Hubschrauber sie in einen Maximalversorger fliegen. In Peru nicht. Mit der Ambulanz geht es stundenlang zum nächsten Neurochirurgen in den Nachbarbundesstaat. Und dort triftt sie ein Schicksal, das hier viele teilen. Das eine Krankenhaus sagt: Kauft erst das OP-Material für 20.000 Soles. Das andere: Es ist kein Notfall. Sie müssen eine Woche warten. Die bittere Realität ist: Wer Geld hat, wird sofort operiert. Wer arm ist, ist wertlos.
Ab nächstem Jahr kommt ein Neurochirurg zu uns – der einzige im ganzen Bundesstaat. Einmal mehr wird Diospi Suyana zum Segen für viele.

Hört gerne in die ganze Podcast-Episode rein! Bis zum nächsten Mal, liebe Freunde unserer Mission!
Danke für deine Treue. Nur mit deiner Unterstützung ist unsere Arbeit in Peru möglich.
Es grüßt dich herzlich aus Peru 🇵🇪,
Dr. Benjamin Zeier mit Lena und den Kindern
PS: Dieses Bild entstand unweit unseres Hauses. Die beiden haben mir gezeigt, wie man von Hand pflĂĽgt. Gar nicht so einfach.



